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Berechtigte Hoffnung für Patienten mit aggressivem Hirntumor

Neuartige Tumortherapiefeld-Behandlung zeigt bahnbrechende Studienergebnisse bei der Bekämpfung von Glioblastomen – Experten sprechen von neuem Therapiestandard

Hamburg, 15. November 2014: Die Diagnose Glioblastom ist immer ein schwerer Schock für die Betroffenen und ihr Umfeld. Trotz modernster Therapiemethoden nach heutigem Standard endet die Erkrankung fast immer innerhalb von 12 – 18 Monaten tödlich. Das könnte sich jetzt endlich ändern! Neueste belastbare Ergebnisse aus einer Studie belegen, dass die völlig neuartige Tumortherapiefeld-Behandlung (abgekürzt TTFields) nicht nur die Rezidivrate (d. h. das Wiederauftreten des Tumors) senkt bzw. die Zeit bis dahin verlängert – vielmehr steigt auch die Gesamtüberlebensrate signifikant an.
Glioblastome zählen zu den häufigsten Formen des primären Hirntumors. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 2.500 Personen und europaweit rund 10.000 Patienten an dieser hochaggressiven Krebsform. Die Gesamtüberlebensrate, also die Zeit ab dem Zeitpunkt der Erstdiagnose bis zum Tod der Betroffenen, beträgt durchschnittlich 15 Monate. Tritt der Tumor nach der Behandlung durch die Strahlen- und Chemotherapie wieder auf (man spricht dann von einem Rezidiv), stirbt der Krebspatient meist innerhalb von drei bis fünf Monaten. Alternativen zum bisherigen Therapiestandard durch Operation, Strahlen- und Chemotherapie gab es bisher nicht.
Auf dem Jahreskongress der Society for Neuro-Oncology in Miami (USA) stellte Professor Dr. Roger Stupp, Direktor der Klinik für Onkologie und Vorsitzender des Krebszentrums des Universitätsspitals an der Universität Zürich am 15. November die ersten Ergebnisse der internationalen, prospektiven, randomisierten EF-14 Studie der Phase III vor. “Diese neuartige Therapie, die sich einfach mit den bisher etablierten Therapien kombinieren lässt, ist nach 10-jähriger Durststrecke endlich ein weiterer Durchbruch bei der Behandlung dieser aggressiven und meist tödlichen Krankheit”, so Studienleiter Professor Stupp. Der ärztliche Leiter der Neurochirurgischen Klinik der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf (UKE), Professor Manfred Westphal, zeigt sich von den Ergebnissen ebenfalls sehr beeindruckt: “Da wir sehr lange Zeit keine wirklich positiven Studien gesehen haben, ergibt sich auch für zukünftige klinische Studien, in denen wir die Situation für die Patienten noch weiter verbessern müssen, die Frage, wie man mit dieser neuen Situation umgeht. Ich gehe davon aus, dass die Nachfrage groß sein wird und sich so schnell ein neuer Standard etabliert.”
Dass TTFields Leben retten können, zeigt die Geschichte von Radlegende Robert Dill-Bundi. Der Rad-Olympiasieger in der Einzelverfolgung von 1980 erkrankte 1999 erstmals an einem gutartigen Hirntumor, im Jahr 2005 dann an einem inoperablen Glioblastom. Als seine Ärzte die Hoffnung nach einer mehrmonatigen Strahlen- und Chemotherapie aufgaben, begann Dill-Bundi in der Schweiz mit der TTFields-Behandlung. Der ehemalige Hochleistungssportler erhielt die TTFields über das NovoTTF-100A-System, ein tragbares medizinische Gerät, welches elektrische Wechselfelder niedriger Intensität produziert und diese auf den Hirntumor überträgt. Dies geschieht mit isolierten Keramik-Gelpads (sogenannten Transducer Arrays), die auf der rasierten Kopfhaut platziert werden. Das Medizingerät wird vom Hersteller Novocure als Teil einer medizintechnischen Dienstleistung angeboten, welche auch die technische Unterstützung von Arzt und Patient miteinschließt.

TTFields sind eine regional begrenzte Behandlungsform und üben physikalische Kräfte auf elektrisch geladene Zellkomponenten aus, die ausschließlich bei Krebszellen die normale Mitose, also den Zellteilungsprozess, verhindern und schließlich zum Tod der Tumorzelle führen. Die Isolierung der Keramik-Gelpads verhindert einen direkten Stromdurchfluss im Gewebe und dadurch in der Folge auch Gewebeschäden. Bei Robert Dill-Bundi verschwanden sowohl die Metastasen als auch der Tumor. Der 55-jährige gilt heute sogar als geheilt.

EF-14 Studie: Hoffnung für Tumor-Patienten
Für die internationale Studie wurden knapp 700 neu erkrankte Glioblastom-Patienten zunächst mit einer Standard-Radiochemotherapie behandelt. Die Weiterbehandlung mit einer alleinigen Temozolomid-Chemotherapie oder zusammen mit dem NovoTTF-100A-System erfolgte nach dem Zufallsprinzip, also randomisiert. Bereits die Ergebnisse der gestern vorgestellten Zwischenanalyse der ersten 315 Patienten geben Anlass zu großer Hoffnung: So zeigten Patienten, welche TTFields erhielten, ein um 37 Prozent reduziertes Risiko für das weitere Fortschreiten der Krankheit im Vergleich zur Kontrollgruppe. Das Todesrisiko der TTFields-Patienten sank im direkten Vergleich um 25 Prozent. Nach zwei Jahren waren aus der TTFields-Gruppe immerhin noch 43 Prozent am Leben, bei den Patienten mit reiner Chemotherapie nur 29 Prozent. “Es ergeben sich aus dieser Studie sicherlich noch viele wissenschaftliche Fragen. Aber es sieht so aus, als werden wir in Zukunft diese Therapie allen Patienten, bei denen ein aggressiver Hirntumor neu diagnostiziert worden ist, vorstellen und anbieten müssen”, so Professor Westphal.

Effektiv, mit geringen Nebenwirkungen und patientenfreundlich
Der Vorteil der TTFields-Therapie liegt nicht allein in dem großen Erfolg im Kampf gegen den Tumor, sondern auch in ihrer Patientenfreundlichkeit. So erfolgt der Einsatz des Medizingerätes ambulant, d. h. die Patienten sind während der Therapie zuhause und können ihren alltäglichen Aktivitäten nachgehen. Durch die im Vergleich zur Chemotherapie nur geringen bis mäßig schweren Nebenwirkungen wie Hautrötungen und Hitzegefühl der Kopfhaut erhöht sich die Lebensqualität für die Patienten und ihr Umfeld erheblich. “Für viele Patienten bedeutet dies neue Hoffnung auf ein längeres Überleben bei guter Lebensqualität”, sagt Professor Stupp.
Mit den Resultaten aus der EF-14 Studie verbessern sich demnach nicht nur die Aussichten für Hirntumorpatienten. Vielmehr eröffnen sich mit der TTF-Therapie auch neue therapeutische Möglichkeiten für viele andere Tumorarten.

Novocure ist ein privates onkologisches Unternehmen mit Sitz in Jersey Isle und Impulsgeber bei der Entwicklung einer neuartigen Therapie für solide Tumore, die sogenannten TTFields. Der europäische Hauptsitz von Novocure befindet sich in Root/Luzern in der Schweiz. In den USA hat das Unternehmen Niederlassungen in Portsmouth, NH und in New York, NY. Novocure Asien ist in Tokyo (Japan) basiert. Das Forschungszentrum von Novocure befindet sich in Haifa (Israel). Weitere Informationen zum Unternehmen erhalten Sie unter www.novocure.com.

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