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Bewerbungsschreiben 50plus: Mut nochmal durchzustarten


Herr Hugo Möller ist 50 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder. Vor 12 Jahren hat er für seine Familie ein Reihenhaus gebaut und da er sich handwerklich fast alles zutraut, hat er so viel es ging in Eigenleistung bewerkstelligt. Wenn er ganz ehrlich ist, hätte er sich sonst auch das Häuschen gar nicht leisten können. Aber auch so ist er mit der Tilgung des Darlehens bis kurz vor der Rente belastet. Von Beruf ist Herr Möller gelernter Elektriker und seit seiner Ausbildung in einem mittelständischen Betrieb seiner Heimatstadt angestellt.

Genau genommen ist er seit Jahren die gute Seele des Betriebs. Das ist auch kein Wunder, denn kein anderer kennt sich in allen Belangen so gut aus wie er. Selbst die Drucker- und Kopiererwartung im Sekretariat ist mittlerweile sein Aufgabenbereich – und, er schüttelt jedes Mal den Kopf, es ist kaum zu glauben, wie oft er unterwegs ist, um einen Papierstau zu beheben. Aber was soll’s, er hilft ja immer wieder gerne.

Natürlich kennt Herr Möller auch alle Lieferanten. Mit den meisten, vor allem aus der Region, ist er seit Jahren auf Du und Du. Wenn mit einer Lieferung mal etwas schief läuft, wer wird da ins Rennen geschickt? Na klar, Möllerchen macht’s!

Erst neulich wurde vom Azubi bei einer großen Bestellung geschlampt, die falsche Farbnummer für Steckdosen für ein Mietshaus eingetippt. Schon klar, so eine kleine Zahl wird gerne und schnell mal verdreht, aber die Folgen sind fatal. Im schlimmsten Fall muss sich die Firma entscheiden: Entweder die farblich falschen Steckdosen einbauen (was auf keinen Fall geht) oder den Fertigstellungstermin um eine Woche nicht einhalten (was auf keinen Fall geht). Eine Wahl zwischen Not oder Elend!

Was macht Möller? Er kennt die Kneipe, wo der Lieferant freitagabends immer einkehrt. Nein, ein Zufall ist es nicht, dass Möller persönlich am kommenden Freitag Lust auf ein Feierabendbier verspürt. Nach der vierten Spendierrunde (zahlt alles Möller privat) Hefeweizen ist man sich einig: Der Lieferant nimmt die beigen Steckdosen zurück und liefert die Weißen, die er eigentlich für einen anderen Kunden bestellt hatte, bereits am Montag außer Plan. Prost Möller!

Für seine Firma ist Möller eigentlich unbezahlbar! Das weiß jeder! Am besten müsste es der Chef wissen. Kein anderer Mitarbeiter fungiert quasi als Schnittstelle zwischen den Abteilungen und hilft schnell und unbürokratisch, wenn es wo klemmt und gewährleistet einen reibungslosen Ablauf. Und beliebt bei den Kollegen ist er noch dazu.

Nein, verzichten möchte der Chef keinesfalls auf den alten Haudegen Hugo Möller. Schließlich wird er außerordentlich entlastet, wenn Möller sich um den ganzen Kleinkram kümmert, der Tag für Tag in so einer Firma anfällt.

Aber ist die Freude des Chefs wirklich so ungetrübt? Sie wäre es vielleicht, wenn das Maß aller Dinge nicht die Umsatzzahlen, des Unternehmers liebstes Kind, wären. Ist doch eigentlich logisch, dass jemand, der viele allgemeine Aufgaben übernimmt, nicht so viel Umsatz bei den Kunden bringen kann. Und so kommt es alle Jahre wieder, dass die Geschäftsleitung bei der Festlegung der Prämien und Gehaltserhöhungen vor den nackten Umsatzzahlen der einzelnen Mitarbeiter sitzt. Die Leistung von Hugo Möller ist unter diesen Voraussetzungen kein großes Thema. „Ach, der Möller ist doch zufrieden mit dem, was er bekommt – schließlich hat er immer einen netten Witz auf den Lippen und beschwert sich nie“.

Kurz vor Feierabend passiert es dann. Schon wieder ein Papierstau im Kopierer! Wo ist Möller!? Möller eilt herbei und öffnet fachmännisch, ein Liedchen vor sich hin pfeifend, die Kopierer Fächer, bis der Übeltäter, ein gestautes Blatt Papier, gefunden wurde. Na bitte, wer sagts denn, denkt er und blickt gleichzeitig fassungslos auf das Schriftstück.

Es ist die Kopie eines Arbeitsvertrages. Der Chef hat einen neuen Mitarbeiter eingestellt. Herr Knoll ist noch sehr jung und hat erst vor knapp zwei Jahren ausgelernt. Vor einigen Wochen hatte Herr Knoll für zwei Tage zur Probe in der Firma gearbeitet und Herr Möller hatte ihn unter seine Fittiche genommen. Er fand, dass sich Herr Knoll ganz gut geschlagen hat. Soweit so gut!

Was dem guten Herr Möller die Sprache verschlägt, war das Einstiegsgehalt des jungen Kollegen. Verglichen mit seinem Gehalt, seiner Betriebszugehörigkeit und seiner Berufserfahrung geradezu eine fürstliche Entlohnung.

Sehr nachdenklich gestimmt geht Herr Möller in den Feierabend. Wenn so ein junger Hüpfer schon so viel Geld verdient, dann mache ich mich ja zum Affen mit meinem sehr durchschnittlichen Gehalt.

Bereits am Samstag in aller Frühe holt Herr Möller die Zeitung aus dem Briefkasten und liest das erste Mal in seinem Leben intensiv den Stellenmarkt. Das ist ja unglaublich, wie viele Unternehmen Elektroniker suchen! Das war ihm so gar nicht bewusst. Der Arbeitsmarkt für Facharbeiter ist wie leer gefegt. Kein Wunder dass nun solche Einstiegsgehälter gezahlt werden.

Doch wie stellt man seinen eigenen Marktwert fest? Herr Möller ist wild entschlossen, etwas an seiner Situation zu ändern. Eine Bewerbung muss her. Und zwar schnell. Doch wie geht das nochmal mit dem Bewerbungsschreiben? Den ganzen Vormittag verbringt Hugo Möller im Internet. Erstaunlich, was da zum Thema Bewerbung schreiben alles angeboten wird. Dass es auch fertig formatierte Bewerbungsvorlagen zum Bewerbungsschreiben gibt, hat er bis dato gar nicht gewusst.

Schnell entscheidet er sich für ein Angebot, dass neben ansprechenden Vorlagen für Deckblatt, Lebenslauf und Anschreiben auch jede Menge Tipps und Hilfen bietet. Nach dem Mittagessen fällt an diesem Samstag der Mittagsschlaf aus, denn Herr Möller widmet sich mit Feuereifer seiner Bewerbungsmappe.

Seine Frau sucht alle erforderlichen Zeugnisse für die Bewerbung heraus. Gemeinsam füllen Sie die Bewerbungsvorlagen mit seinen persönlichen Daten. Beide sind erstaunt, wie gut das Ergebnis in der kurzen Zeit aussieht! Wer hätte gedacht, dass es so einfach sein kann, eine Bewerbung zu schreiben! Die Bewerbungsvorlagen sind in jeder Hinsicht ihr Geld wert, denkt Frau Möller zufrieden und schneidet den Kuchen zum Kaffee an.

Sonntags überarbeiten die Eheleute Möller die Bewerbung nochmals in Ruhe. Wenn unsere Kinder mal eine Bewerbung schreiben müssen, dann sind wir nun auch vorbereitet, sagen sich die Möllers. Montags macht Möller eine halbe Stunde früher Schluss und geht zum Fotografen. Schließlich steht in den Bewerbungstipps, dass man am Bewerbungsfoto nicht sparen soll! Dienstags bringt Frau Möller die ersten Bewerbungen zur Post. Die Spannung im Hause Möller steigt.

Offensichtlich kam die Bewerbung mit Hilfe der Bewerbungsvorlagen ganz gut an, denn innerhalb der nächsten zwei Wochen kommen gleich drei Einladungen zum Vorstellungsgespräch. Möller zieht seinen besten Anzug an, packt seine Bewerbungsvorlagen in die Mappe – sicher ist sicher – und geht beim Thema Gehaltsvorstellung so richtig in die Vollen! Mut wird belohnt dachte er sich einerseits und ich habe nichts zu verlieren andererseits.

„Und, wie war es?“ fragte Frau Möller, als er wieder zuhause war. „Sie nehmen mich tatsächlich und zahlen auch einen dicken Batzen mehr“, grinste Möller und machte eine Flasche Sekt auf und rechnete dabei im Kopf nach, wie schnell er nun das Häuschen abbezahlen kann.

„Das ist nicht Ihr Erst, Herr Möller“, sagte der Chef, als er sprachlos auf die Kündigung blickt. Da hat er den Möller glatt unterschätzt. Bereits nach zwei Wochen wird ihm so richtig klar, was für ein Verlust Möller wirklich ist! Da ist wohl in der Firmenphilosophie einiges schief gelaufen.

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