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Chinesisch-Deutsches Institut für Angewandte Ingenieurwissenschaften (CDAI) am Start


Die Fachhochschule Lübeck und die Fachhochschule Westküste (FHW) haben gemeinsam mit der Zhejiang University of Science and Technology (ZUST) auf dem Campus in Anji/Hangzhou, China, 200 km südlich von Shanghai, ein gemeinsames Institut eröffnet.

Das „Chinesisch-Deutsche Institut für Angewandte Ingenieurwissenschaften“ (CDAI) wurde im Oktober 2014 im Rahmen eines Festaktes in Anwesenheit von hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern der Zhejiang Provinzregierung, der Hauptstadt Hangzhou und der Hauptakteure dieser Kooperation, des Präsidenten der Zhejiang University, Prof. Ye Gaoxiang, des Vizepräsidenten der FH Lübeck Prof. Joachim Litz sowie Prof. Hanno Kirsch, Präsident der FH Westküste seiner Bestimmung übergeben. Nach der Genehmigung durch das chinesische Bildungsministerium konnten die Studiengänge „Bauingenieurwesen“ (FH Lübeck) und „Management und Wirtschaft“ (FH Westküste) damit zum Wintersemester 2014 / 2015 mit dem 1. Jahrgang mit jeweils ca. 65 Studierenden an den Start gehen und ihren Betrieb aufnehmen.

Basierend auf der nunmehr knapp 30 Jahre bestehenden Länderpartnerschaft zwischen der Provinz Zhejiang und dem Land Schleswig-Holstein, die sich über viele Bereiche der Wirtschaft, Kultur und Bildung erstreckt, wurde die Grundlage für eine gemeinsame Ausbildung geschaffen. Nach längeren vorbereitenden Verhandlungen in Deutschland und in China werden seit diesem Wintersemester die zwei Ingenieurstudiengänge nach dem Vorbild schleswig-holsteinischer Fachhochschulen angeboten.

Für die aktuell fertiggestellten Institutsgebäude wurden umgerechnet rund 20 Mio Euro in nur 15-monatiger Bauzeit verbaut. Die Gründung des Chinesisch-Deutschen Instituts für Angewandte Ingenieurwissenschaften erfreute sich einer nachdrücklichen Unterstützung von regionalen und nationalen Bildungsministerien der Länder und dem chinesischen Bildungsministerium in Beijing.

Der Kooperationsvertrag sieht u. a. vor, dass die ZUST sämtliche Baukosten trägt und daneben die gesamte Infrastruktur mit der erforderlichen Ausrüstung zur Verfügung stellt. Darüber hinaus trägt sie die Personalkosten für die administrative Betreuung des Institutsbetriebs und für den chinesischen Anteil an der Lehre. Die deutschen Partnerhochschulen sind in diesem Kooperationsrahmen für die curricularen Inhalte verantwortlich und für die Auswahl und Entsendung des qualifizierten Lehrpersonals. Sie liefern die Studien- und Prüfungsordnungen, das gesamte Curricula, die Modulbeschreibungen, Modulgliederungen und Literaturlisten und beteiligen sich mit einem Drittel am gesamten Fachlehrangebot. Dazu stellen die beiden deutschen Fachhochschulen jeweils zwei Professuren zur Verfügung.

Eine dieser Professuren wird permanent pro Studiengang an die ZUST abgeordnet und lehrt dauernd in China. Die andere Professur verbleibt an der jeweiligen Fachhochschule und wird zum Ausgleich und zur Kompensation von Kapazitätsverlusten für die „flying faculties“ eingesetzt. Die „flying faculties“ sind Professuren aus dem Bestand des regulären Lehrpersonals, die zu 2-4-wöchigen Blockveranstaltungen und -vorlesungen an die ZUST nach China reisen. Die chinesischen Lehrenden werden von chinesischer und deutscher Seite gemeinsam ausgewählt und in fachdidaktischen Workshops auf die praxisorientierte Vermittlung der Lehrinhalte vorbereitet.

Ein weiteres wichtiges Merkmal des Studienmodells ist die enge Vernetzung der Lehrinhalte mit der Praxis vor Ort in China und in Deutschland. Da an chinesischen Hochschulen sehr stark theoriebezogen gelehrt wird, wurde bewusst ein ganzes Studiensemester für die Praxis in Betrieben reserviert. Dazu wird in Hangzhou, in der Zusammenarbeit von CDAI und dem Business Center der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH), ein Netzwerk aus deutsch-chinesischen und rein chinesischen Wirtschaftsunternehmen entstehen, das den Studierenden entsprechende Möglichkeiten zur Durchführung von Wirtschaftspraktika eröffnet. Dazu eröffnen die beide schleswig-holsteinischen Fachhochschulen ab 2015 ein gemeinsames Koordinierungsbüro in Hangzhou. Die Anschubfinanzierung dafür wird in den ersten drei Jahren durch das Land Schleswig-Holstein erfolgen. Anschließend übernimmt das CDAI den weiteren Betrieb.

Der Studienablauf im CDAI sieht Chinesisch anfänglich als Unterrichtssprache vor. Ab dem 3. Semester werden die ersten Lehrveranstaltungen in Deutsch gehalten. Nach dem 5. Semester ist die Unterrichtssprache komplett Deutsch. Die besten 10 – 15 Studierenden pro Studiengang haben im zweiten Studienabschnitt die Möglichkeit, für ca. 18 Monate an die jeweilige Fachhochschule in Schleswig-Holstein zu wechseln, um das Studium dort zu beenden. Für den dadurch entstehenden zusätzlichen Aufwand, bspw. für besondere fachliche und soziale Betreuung, wird speziell ausgewähltes Betreuungspersonal bereitgestellt. Alle Studierenden erhalten nach erfolgreichem Abschluss ein Doppelzertifikat von der ZUST und der jeweiligen deutschen Fachhochschule.

Die Kooperationsvereinbarung sieht den wechselseitigen Austausch in den beiden Studiengängen vor. Somit können auch deutsche Studierende von den Fachhochschulen Westküste und Lübeck ihre letzten Studienabschnitte an der ZUST in China begehen und dort das Studium beenden. Auch sie bekommen nach erfolgreichem Abschluss die Zertifikate von beiden Hochschulen. Durch die Gegenseitigkeit des Austausches werden keine zusätzlichen Lehrveranstaltungen an den Fachhochschulen notwendig.

Alle Kosten, die durch dieses Programm an den beiden schleswig-holsteinischen Fachhochschulen entstehen, werden vollständig vom CDAI getragen. In einer weiteren Ausbauphase des CDAI ist geplant, zusätzliche Bachelor- und Masterstudiengänge zu integrieren und dem Institut in einem zweiten Schritte ein Methodik-/Didaktikzentrum sowie ein Zentrum für Blended-learning, einer Mischform aus Online- und Präsenzvorlesung, anzugliedern.

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