Förderung wirkt: Positive Effekte auf die Sprachentwicklung von Kindern


Durch besseres Sprachverständnis und Sprachvermögen besser am Leben und Lernen teilnehmen – das sind Ziele der vier unterschiedlichen Sprachförderangebote der Region Hannover für Kinder vor der Schule. Mit 860.000 Euro jährlich – davon 310.000 Euro vom Land – unterstützt die Region in Kindertagesstätten Kinder beim Spracherwerb und damit beim Verstehen. Die Förderung wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Erste Zwischenergebnisse wurden am Dienstag (25.11.) im Jugendhilfeausschuss der Regionsversammlung vorgestellt.

„Die Evaluationsergebnisse sind erfreulich und bestätigen, dass wir mit unseren Ansätzen, pädagogische Fachkräfte fortzubilden und Kinder in Kleingruppen individuell zu fördern, auf dem richtigen Weg sind“, sagte Alisa Bach, Leiterin des Fachbereichs Jugend der Region Hannover. „Gleichzeitig haben wir Hinweise erhalten, in welchen Bereichen wir unsere Angebote noch verbessern können, damit wir die Sprachförderung für Kinder aus oft sozial benachteiligten Familien noch effizienter gestalten können.“

Die Sprachförderung der Region Hannover richtet sich an Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte und besteht aus vier Säulen: dem Fortbildungslehrgang „Wortschatz-Region Hannover“, der individuellen Sprachförderung in Kleingruppen, der Förderung von sprachbildenden naturwissenschaftlichen und künstlerischen Projekten in Kitas sowie dem so genannten „Rucksackprojekt“, das Eltern und Kinder mit Migrationshintergrund dabei unterstützt, die Kompetenz in ihrer Herkunftssprache zu verbessern, um somit leichter Deutsch als Zweitsprache zu erlernen. Wissenschaftlich ausgewertet wurde die Qualifizierung „Wortschatz-Region Hannover“ vom Institut für Sonderpädagogik der Leibniz Universität Hannover und die Kleingruppenförderung von der Beratergruppe Qubic aus Hannover.

Im Zuge der Evaluation des Programms „Wortschatz“ wurden stichprobenartig Fragebögen zu Inhalten und Methoden der Fortbildung sowie videogestützte Analysen des Umgangs der Erzieherinnen und Erzieher im Umgang mit den Kindern vor und nach der Fortbildung ausgewertet. Das Ergebnis: „Insgesamt kann die Qualifizierungsmaßnahme „Wortschatz“ als effektiv und somit erfolgreich eingestuft werden“, schreiben die Autoren in ihrer Zusammenfassung. „Einerseits aufgrund der hohen und sogar noch gesteigerten Teilnehmerzufriedenheit, andererseits aufgrund der nachgewiesenen Kompetenzsteigerung der pädagogischen Fachkräfte in Bezug auf die alltagsintegrierte Sprachbildung und Sprachförderung.“

Seit Sommer 2012 haben knapp 300 Fachkräfte aus 32 Einrichtungen den „Wortschatz“-Lehrgang erfolgreich abgeschlossen. Weitere 27 Kitas mit 149 Erzieherinnen und Erzieher nehmen derzeit an der Qualifizierung teil. Die Fortbildung dauert ein Jahr und umfasst 95 Stunden – einen Großteil davon bieten die Fachberaterinnen der Region in den Kitas vor Ort an. Mit dem Programm werden Erzieherinnen und Erzieher dazu befähigt, im Kita-Alltag eigenständig die Sprachentwicklung der Kinder zu verbessern und unter anderem deren grammatikalische Fähigkeiten zu erweitern. Die Region Hannover fördert die Qualifizierung mit 250.000 Euro, weitere 310.000 Euro kommen vom Land. Entwickelt wurde „Wortschatz“ vom Fachbereich Jugend der Region in Kooperation mit dem Institut für Sonderpädagogik der Leibniz Universität Hannover.

Auch der individuellen Förderung von Kindern in Kleingruppen, die die Region Hannover mit 255.000 Euro jährlich finanziert, bescheinigen die Evaluatoren positive Effekte auf die Sprachentwicklung – wobei Kinder mit Migrationshintergrund stärker von der Arbeit in den Kitas profitieren als deutschsprachige Kinder. Das Angebot richtet sich an drei- bis fünfjährige Kinder mit einer verzögerten oder nicht ausreichenden Sprachentwicklung. Gefördert werden mehrsprachige Kinder mit Migrationshintergrund oder deutschsprachige Kinder aus oft benachteiligten sozialen Lagen.

Auffällig: Unter den Kindern aus benachteiligten Lagen ist der Anteil von Kindern mit erheblichen Problemen beim Spracherwerb viel größer als bei Kindern mit Migrationshintergrund, heißt es in der Zusammenfassung der Ergebnisse. Ein möglicher Grund: Die Förderbedarfe der Kinder sind deutlich vielfältiger und beziehen sich nicht nur auf den Spracherwerb. Die Autoren der Evaluation schlagen deshalb unter anderem vor, die Gruppengröße von bislang sechs Kindern auf vier Kinder zu verkleinern und statt einmal wöchentlich zwei Mal pro Woche Sprachförderung in der Kita anzubieten.

„Die Vorschläge werden wir auf ihre Machbarkeit prüfen“, kündigte Fachbereichsleiterin Alisa Bach an. „Ein Problem stellt auch der oft unregelmäßige Besuch einer Kita dar. Die Fachkräfte der Region werden überlegen, wie Kitas und Eltern dabei unterstützt werden können, um Fehlzeiten in der Kita zu vermeiden.“

Als Jugendhilfeträgerin ist die Region Hannover zuständig für 16 der 21 regionsangehörigen Städte und Gemeinden. Dazu gehören: Barsinghausen, Burgwedel, Garbsen, Gehrden, Hemmingen, Isernhagen, Neustadt am Rübenberge, Pattensen, Ronnenberg, Seelze, Sehnde, Springe, Uetze, Wedemark, Wennigsen und Wunstorf. Ein eigenes Jugendamt haben die Städte Hannover, Burgdorf, Laatzen, Langenhagen und Lehrte.

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