Pressekonferenz: EU-Projekt PRONIA Psychosen früh erkennen

Von 28.01.2015 10:00 Uhr bis 28.01.2015 11:00 Uhr

EU-gefördertes Forschungsteam PRONIA entwickelt ein Prognose-Tool, um psychotische Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Wissenschaftler der LMU München sind federführend beim Projekt

München, 21. Januar 2015 Psychosen früh erkennen und gezielt behandeln: Wenn die Therapie rechtzeitig erfolgt, bewahrt das Betroffene oft vor einer langwierigen und schwerwiegenden Erkrankung. Viele Patienten suchen erst nach Jahren, lange nach dem Auftreten erster Krankheitszeichen, professionelle psychotherapeutische oder psychiatrische Versorgungseinrichtungen auf. PRONIA setzt hier an: Das von der Europäischen Union geförderte Forschungsprojekt PRONIA entwickelt ein neuartiges Prognose-Tool zur Früherkennung psychotischer Erkrankungen. Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) sind federführend beim Projekt.
PRONIA steht für Personalised Prognostic Tools for Early Psychosis Management. Das Diagnostik-Tool basiert auf selbstlernenden Algorithmen. Es kombiniert Daten aus neuropsychologischen und neurokognitiven Tests mit bildgebenden Verfahren, genetischen Untersuchungen sowie ergänzenden Interviews. Als telemedizinische Anwendung soll PRONIA bereits in vier Jahren Ärzten und Kliniken weltweit zur Verfügung stehen.
Das Interesse an innovativen diagnostischen Möglichkeiten ist riesig, erläutert Priv. Doz. Dr. med. Nikolaos Koutsouleris (37) von der Psychiatrischen Klinik der LMU München, der wissenschaftliche Koordinator des Projekts. Untersuchungen der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) zeigen, dass etwa jeder dritte Erwachsene im Laufe seines Lebens an einer psychischen Störung erkrankt. Etwa 30 Prozent der Erkrankungen nehmen einen chronischen Verlauf. Neben dem Leid der Betroffenen weisen die Daten auch auf die volkswirtschaftliche Dimension hin. Allein die direkten und indirekten Kosten von Schizophrenie addieren sich in Europa auf rund 150 Milliarden Euro pro Jahr.
Das Tool kann helfen, psychotische Erkrankungen zu erkennen, bevor sie ausbrechen, erklärt PRONIA-Projektkoordinator Koutsouleris. Der Mediziner schätzt, dass PRONIA den Ausbruch der Krankheit mit bis zu 90 Prozent Genauigkeit vorhersagen kann. Die Europäische Union fördert PRONIA innerhalb des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms. Hinter PRONIA steht ein Konsortium von elf Partnern aus Wissenschaft, Forschung und Industrie. Die Fördersumme liegt bei sechs Millionen Euro. Projektstart war der 1. Oktober 2013. Forschungspartner der LMU München sind die Universitäten Melbourne, Turku, Birmingham, Udine, Basel und Köln.

Als Projektmanagement-Partner begleitet GABO:mi das von der Europäischen Union geförderte Projekt. Über das Forschungsprojekt PRONIA, das Diagnostik-Tool und seine Anwendungsmöglichkeiten informieren wir Sie bei der Pressekonferenz am 28. Januar 2015 um 10 Uhr im PresseClub München, Marienplatz 22, 80331 München

Pressekontakt: Stiftung Journalistenakademie Dr. Hooffacker GmbH & Co. KG, Heike Huwald, Verena von Scharfenberg, Vladimir Godinov, Gabriel Jezek, Anna Paukner, Arnulfstraße 111-113, 80634 München, Tel. 089 13 01 32 57, Fax 089 13 14 06,

E-Mail: journalistenakademie.presse@gmail.com

Projektmanagement GABO:mi: Ursula Stangel, Oskar-von-Miller-Ring 29, 80333 München, Tel. 089 28 81 04 25, Fax 089 28 81 04 925,

E-Mail: ursula.stangel@gabo-mi.com

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